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Ohne Fehlerkultur auch keine Digitalisierung

Ohne Fehlerkultur keine Digitalisierung

MundusImages – gettyimages.de

Der größte Hoffnungsträger der Digitalisierung ist Disruption oder einfach übersetzt: Wir werfen unsere Prozesse und Strukturen über Bord und machen alles anders. Beeinflusst durch die digitalen Influencer Airbnb, Uber und Co. setzen wir uns zudem das Ziel, als Pioniere neue Märkte zu erobern. Denn wer die Kundenloyalität zuerst an sich reißt, gewinnt.

So ist meist die Erwartungshaltung der obersten Führungsriege. Dabei wird eine Voraussetzung in der Unternehmenskultur sehr oft vergessen: Um gänzlich neue Ideen und Produkte zu entwickeln, braucht es auch eine entsprechende Fehlerkultur. Denn wenn ich nicht bereit bin, Scheitern in Kauf zu nehmen, dann wird sich mein Unternehmen auch nur innerhalb der Komfort- und Sicherheitszone entwickeln. Aber dann sind wir allerdings in der Dimension Evolution und nicht Revolution unterwegs.

Warum halten wir an dieser Haltung krampfhaft fest?

Besonders charakteristisch hierfür ist die „Rotstift-Konditionierung“, die flächendeckend in der deutschen Bildungslandschaft verwurzelt ist. Wir haben sie durch die Schule so stark verinnerlicht, dass wir sie unkritisch in den beruflichen Alltag überführen. Mit dieser Fehlermentalität werden jedoch 2 einschneidende Veränderungskiller verstärkt:

1. Wenn Fehler Fehler bleiben:

Ein Aspekt, der bei Change-Projekten und somit auch bei der Digitalisierung massiv vernachlässigt wird, ist die Umdeutung von Fehlern auf Erfahrung. Fehler sind nur dann Fehler, wenn sie nicht in die Erfahrung überführt werden. Die Erkenntnis, dass der Fehler per se keiner ist, sondern ein natürlicher Begleiteffekt der Veränderungsprozesse, gilt es zu schärfen.

2. Unzureichende Fehlertoleranz in der Managementstruktur:

Wer Fehler macht, „bekommt die Leviten gelesen“. Diese historisch-bedingte Haltung lässt Mitarbeitern kaum Spielraum. Wer es jedoch mit der Digitalisierung ernst meint, muss klare Toleranzbereiche deklarieren und seinen Mitarbeitern ein echtes Gefühl von Vertrauen geben. Ein kleiner Test: Bei welcher Ausgangslage fühlt Ihr Euch befreiter, neue Ideen zu entwickeln?

A) Ihr bekommt von Eurem Chef ein neues Projekt mit einem üppigen Budget freigegeben. Er spricht Euch das volle Vertrauen aus. Wenn das Projektergebnis am Ziel vorbeischießt, sollt Ihr Eure Erfahrungswerte hieraus ableiten und weitergeben.

B) Ein neues Projekt steht bevor: „Das Projekt muss unbedingt durch die Decke gehen“ fordert Euer Chef. Fehler sind daher unerwünscht, aber innovative Ideen sind ein MUSS.

Wenn es Euch wie den meisten geht, dann nehmt Ihr bei Ausgangslage A ein größeres Sicherheitsgefühl wahr, seid befreiter und erweitert Euren kreativen Horizont. Das fördert wiederum den Grad der Innovation.

Zum Thema Fehlerkultur konzipieren wir aktuell ein Training mit dem Titel „Scheiter Heiter“. Inhaltlich geht es darum, wie ich mit Fehlern umgehe, ohne die innere Schuld zu suchen. Schreibt eine Mail an Kai. Er informiert Euch dann im Januar, wenn das Modul zu sehen ist.

Euer Dirk


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