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Blogreihe: Mit 5 erfolgskritischen Faktoren die Digitalisierungskultur zielsicher erreichen

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PeskyMonkey – gettyimages.de

Personal- und Organisationsentwickler kennen das: Viele Change-Projekte haben meistens nicht den gewünschten Effekt und enden im Sand. Einige Monate oder Jahre später werden Sie dann unter neuem Label wiederbelebt. Ein beliebtes Szenario, das wir in unseren Beratungsmandaten immer wieder beobachten können. Wäre da jetzt nicht „die Patientin“ Digitalisierung, die immer lauter an die Unternehmenspforte klopft und zwingend anders zu behandeln ist.

Warum sollte ich die Digitalisierung nicht als ein gewöhnliches Change-Projekt betrachten?

Während herkömmliche Change-Projekte aufgrund fehlender Erfolgszuversicht und Widerstände oftmals fallen gelassen werden und in neuem Gewand wiederkehren, gibt es bei der Digitalisierung keine Aussicht auf eine zweite Chance. Ist der Weg einmal eingeschlagen, ist er auch entsprechend zu begleiten. Besondere Vorsicht vor zu viel Change-Wirrwarr ist also geboten. Andernfalls landet auch das Transformationsthema Nummer 1 im Resignationsarchiv. Was ist also zu beachten, wenn wir Mitarbeiter für die Digitalisierung gewinnen wollen?

Bevor ich Euch in den kommenden Blogbeiträgen Inspirationen und Tools für Eure ersten Schritte zur Digitalisierungskultur mitgebe, möchte ich mit Euch zunächst 3 ausschlaggebende Determinanten teilen. Sie sind bei Change-Projekten immer zu adressieren, werden in der Praxis aber unzureichend beachtet.

Schaut in den Kopf Eurer Mitarbeiter, um sie zu bewegen

1. Was behalten wir?

Zum Thema Digitalisierung bekommt jeder von uns gefühlt tausende Informationen alltäglich. Der Informationsfilter unseres Gehirns ist über die vergangenen Jahre hinweg sehr radikal geworden. Wir behalten uns mehrheitlich nur die Informationen, die wir auch innerhalb der nächsten 2-4 Wochen anwenden können. Unser Gehirn ist also Weltklasse im Zerstören von irrelevanten Kognitionen. Daher ist es wichtig, die unterschiedlichen Mitarbeitertypen in Deinem Unternehmen nur mit den relevanten Informationen zu versorgen. Bedeutet: viel hilft nicht viel, sondern Kundenorientierung als Grundhaltung der Digitalisierung beginnt schon bei der Kommunikation.

2. Wonach entscheiden wir?

Wir sind relativ einfach gestrickt: Wir wollen Positives wiederholen und Negatives vermeiden. Negative (Erst-) Erfahrungen im Change verursachen eine ablehnende Grundhaltung und lassen nur noch einen geringen Spielraum für Neues zu. Wir entscheiden uns dagegen und ein Aussitzen (sogenannter Freeze) der Change-Phase ist die Praxis. Sorge deshalb von Beginn an für möglichst viele positive Erfahrungen. Denn sobald die negativen Erfahrungen den Toleranzbehälter Deiner Mitarbeiter zum Überlaufen bringt, wählen sie den „Fight- oder Flight-Modus“, d. h. sie boykottieren den Change still oder offensichtlich oder verlassen sogar Dein Unternehmen.

3. Wann verändern wir uns?

In der Forschung habe ich hierzu Spannendes entdeckt: Erst wenn der Effekt des neuen Verhaltens 9-mal wertiger erscheint als das alte Verhalten und zudem klar und transparent ist, sind wir motiviert, ein neues Verhalten anzustreben. Ganz nach dem Motto: „What is in it for me?“
Hinzu kommt die Kausalität zwischen Belohnung und Zeitpunkt dieser Belohnung. Sind beide Variablen unbekannt, sind wir gegenüber dem neuen Verhalten deutlich weniger motiviert. Das ist übrigens das Hauptproblem, das wir in unseren Mandaten immer wieder beobachten: Wir wünschen uns ein neues Verhalten von Mitarbeitern, können aber nur schwer den Effekt dahinter imaginieren und die Zeitpunkte der Belohnung hierzu definieren. Dies zu realisieren ist keine einfache, aber eine unumgängliche Aufgabe.


Erst wenn Ihr diese 3 Determinanten adressiert, steigert Ihr enorm den Erfolg Eurer digitalen Transformation. Wie Euch das gelingt und welche Ansätze und Tools wir hierzu in Petto haben, das erfahrt Ihr in dieser Blogreihe:

Darum wird es in den kommenden Tagen gehen. Morgen starten wir mit Thema 1. Haltet Euch doch einfach immer 3 Minuten in Eurem Kalender frei und freut Euch auf eine frische Inspiration.

Euer Dirk


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