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Eine PowerPoint ist eine Präsentation und kein E-Learning

Wer verwendet schon die Tonspur eines Films als Hörbuch?

Blog_Warum_PPP_kein_eL_sind

mediaphotos – gettyimages.de

“E-Learning Angebote sind im Kern bessere PowerPoint-Präsentationen (PPTs).”

Diese Auffassung ist in der E-Learning Branche leider (noch) relativ weit verbreitet. Der Grund: Der inhaltliche Aufbau, die Gestaltung und das Layout von klassischen WBTs erinnern sehr stark an die Oberfläche von PowerPoint, an dem sich auch die meisten E-Learning Autorentools orientieren. Da können auch mühselig zusammengebastelte Animationen das Image nicht polieren, denn diese haben meist einen kontraproduktiven Effekt: Sie sorgen für Verwirrung bzw. Ablenkung und der Lerner kann sich nicht auf das Eigentliche, nämlich das Lernen, konzentrieren.

Worin unterscheiden sich also PowerPoints und herkömmliche WBTs von qualitativen E-Learnings wirklich? Hier zeige ich Dir 5 Beispiele, warum PPTs kein E-Learning sind:

1. Unnatürlicher Lesefluss

Im Gegensatz zu Zeitungsartikeln, Blogbeiträgen, Webseiten usw. sind PPTs und herkömmliche Web-Based-Trainings die einzigen digitalen Medien, die nicht dem natürlichen Lesefluss (der Auf- oder Abwärtsverschiebung im Lese- bzw. Bildlauf) folgen. Bei PPTs fliegen dagegen von allen Rändern unterschiedliche Elemente rein und eine freie Navigation sucht der Lernende vergeblich. Außerdem wird die „Content-Bühne“, die es ebenfalls nur in diesen beiden Formaten gibt, nach und nach befüllt. Dieser Überraschungseffekt, dass plötzlich neuer Content auftaucht, mag in der Werbung positiv sein, jedoch nicht im E-Learning. Denn dann liegt der Fokus nicht mehr auf dem Lernen, sondern auf dem Effekt.


2. Eingeschränkte Selbstbestimmung im Lernprozess

Gute Präsentationen sind eine visuelle Ergänzung bzw. Unterstützung dessen, was auf der Tonspur gesagt wird. Wenn es keine Tonspur gibt, sind die Präsentationen nicht mehr selbsterklärend. Wer keine frustrierten Lerner will, sollte den Content aber so aufbereiten, dass der Lerner ihn sich eigenständig und ohne Klick- und Animations-Wirrwarr erarbeiten kann. Die vordefinierte Einstellung, dass Inhalte und Audiospuren gleichzeitig präsentiert werden, trifft meistens nicht das richtige Lerntempo Deiner Lerner, denn jeder hat ein anderes Wohlfühltempo. Und wie soll man schon genau das richtige Tempo für mehrere hundert Lerner (oder mehr) treffen?!
Daher ist es besser mit Texten, Bildmaterial und Interaktionen (Quiz, Videosimulationen etc.) zu arbeiten, um die Selbstbestimmung im Lernprozess zu maximieren.


3. Fehlende Didaktik

Präsentationen werden häufig mehrfach verwendet: Sind sie einmal gebaut, werden im Follow-Up oftmals Titelfolie ausgetauscht und einzelne Folien ergänzt, umsortiert und ausgeblendet. Was dadurch entsteht, ist ein inkompatibles und unstimmiges Sammelsurium an Informationen. Gute E-Learnings haben aber eine Dramaturgie und sind so aufgebaut, dass sie eine aufeinander aufbauende Struktur haben. Außerdem fehlt meist die Zielgruppenorientierung, die für ein gutes E-Learning aber unabdingbar ist.


4. Kein responsives Design

PPTs können sich aufgrund ihrer technischen Gegebenheiten nicht jedem Endgerät anpassen und sind daher auch nicht mobilfähig. Werden nun Inhalte auf diese Weise erstellt, entsteht der Nachteil der fehlenden Nachhaltigkeit: Mobiles Lernen wird immer wichtiger¹². Wer heute Content erstellt, der nicht mobilfähig ist, muss in ein paar Jahren nachrüsten und hat so Mehrarbeit und Mehrkosten. Daher meine Empfehlung: Mobilfähigkeit bei der Contententwicklung von Beginn an mitdenken.


5. Emotionslose und monotone Lernpfade

PPTs erlauben i.d.R. nur stupides Weiterklicken, aber keine echten Interaktionen Das wäre zwar im Prinzip möglich, würde jedoch einen sehr hohen Aufwand bedeuten und deshalb macht das de facto keiner. Gute E-Learnings beinhalten alle 2-3 Minuten eine Aktivierung bzw. Interaktion, um den Lerner mit in den Lernprozess zu involvieren und nachhaltiges Lernen sicherzustellen.

Auf einen Blick – so geht’s ordentlich

  • Natürlicher Lesefluss
  • Klare Orientierung
  • Überblick über Inhalte + gute Navigation
  • Keine unliebsamen Überraschungen
  • Dramaturgie und zielgruppenorientierter Aufbau
  • Inhalte sind selbsterklärend
  • Mobilfähigkeit
  • Interaktionen
Du willst wissen, wie das nun alles in der Praxis funktioniert? Dann schau mal bei unserem Autoren- und Didaktik Training vorbei:
 
Coaches Mirja und Alex

Coaches: Mirja Hentrey & Alexander Freihaut

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¹ MMB-Trendmonitor 2017-2018

² Zukunft Personal 2018: Corporate Learning – Weiterbildung in Zeiten des digitalen Wandels

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